Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized’

CATS! Wie damals, nur anders!

Veröffentlicht: September 28, 2019 in Uncategorized

Die wohl berühmtesten Katzen der Welt treiben erneut in Wien ihr Unwesen. Was seinerzeit als revolutionär und mutig galt, ist mittlerweile allseits bekannt. CATS hat und das ist nicht von der Hand zu weisen, seinerzeit das Genre auf den Kopf gestellt und neue Wege eröffnet. Mittlerweile überraschen aufwendige Masken und Kostüme kaum noch wen. Nichtsdestotrotz verkauft sich CATS besser als des Bäckers warme Semmeln. Klar moniert so manch einer die fehlende Story, doch dem sei gesagt, dass es sehr wohl einen roten Faden gibt. CATS lebt, mal abgesehen von der ausgeklügelt komponierten Partitur Andrew Lloyd Webbers nicht zuletzt von seinen Akteuren. Es benötigt hervorragende Tänzer die nebenbei auch noch Singstimmen und Spielfreude mitbringen müssen. Der Intendant der Vereinigten Bühnen Wien hat vor nicht allzu langer Zeit in einer Tv- Sendung von Broadway Niveau gesprochen. Nun, wenn man das Ronacher nach der Vorstellung verlässt, könnte man in der Tat verwundert sein, sich nicht am Broadway sondern im ersten Wiener Gemeindebezirk wiederzufinden. Nun gilt es, das Niveau und den Esprit der ersten Wochen auch mitzunehmen und über die Saison weiterhin aufrecht zu erhalten. Bei CATS gibt es nie sowas wie Stillstand, die Show verlangt den Darstellern alles ab, demnach ist es nicht allzu verwunderlich, wenn sich Änderungen in der Besetzungsliste bemerkbar machen. Die Spielzeit ist lange, bist Juli 2020 stehen die Katzen am Plan, da kann sich noch so einiges tun. Wer weiß, vielleicht dürfen die Samtpfoten noch ein weiteres Jahr dran hängen und es gäbe ja so einige Granden, die „Erinnerung“ mal gerne trällern würden. Nicht jeder großen Stimme gelingt es, mit dem Klassiker auch große Emotionen auszulösen. Manche stolpert mehr schlecht als recht durch die an sich ergreifende Komposition. CATS funktioniert aber auch dann, wenn „Memory“ einen eher kalt lässt.

Man erhält ein wenig 80er Nostalgie, vertraute Rhythmen und Choreografien und nicht zu vergessen, das grandiose VBW Orchester, welches den von Lloyd Webber für die Show gewünschten, synthetischen Klang so opulent wie kaum zuvor erklingen lässt. Natürlich kann man die Katzen auch bald im Kino bestaunen, aber den Zauber des Live Entertainments kann kein noch so CGI gefütterter Hollywood Blockbuster erreichen. „Go and see CATS“, sagte einst mein Tanzlehrer zu mir, diesen Rat kann man dank der hervorragenden Produktion im Ronacher beruhigt weitergeben. Wer sich nach einem Besuch immer noch fragt was Jellicle Cats sein sollen, nun, soviel sei verraten, Jellicle steht für „dear little cats“. T.S. Elliot hat sich hier der kindlichen Sprache bedient. Hat man das Glück, neben einem Kind im Theater zu sitzen, erblickt man das Treiben auf der Bühne in einem ganz neuen Licht. Wobei die Augen mancher Erwachsener ebenso groß und vor Begeisterung staunend leuchten.

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So viel Theater!

Veröffentlicht: August 21, 2019 in Uncategorized

Die Tage beginnen langsam, aber sicher wieder kürzer und die Nächte länger zu werden. Der Herbst nähert sich unserem Land. Während manche bereits ein Requiem auf den diesjährigen Sommer anstimmen, blicken andere erfreut dem Beginn der Theatersaison entgegen. Auf den Bühnen des Landes wird bereits fleißigst geprobt. Ein Reigen an, sagen wir mal, altbewährtem wird uns da serviert. Während im Ronacher Lord Andrew Lloyd Webbers berühmte Katzen das Theater für sich einnehmen, wird in der Volksoper der Kit Kat Club mit seinen illustren Protagonisten für Furore sorgen. Altbewährt trifft auf die erste Musicalpremiere im wunderschönen Linzer Musiktheater dann wohl eher nicht zu. Es ist noch nicht allzu lange her, da hat man versucht, uns mit SISTER ACT  zu unterhalten. Nun findet sich das Stück gleich auf mehreren Spielplänen wieder. In Linz dürfen sich Andreas Gergen (Regie) und Kim Duddy (Choreografie) künstlerisch austoben und hoffentlich ein bisschen Schwung in das doch eher etwas zähe Stück bringen. Auch die Theatercouch in Wien hat ein paar Leckerbissen aufzuweisen. Musical Unplugged wird nun auch das Burgenland erobern und in Mattersburg die Bauermühle in gewohnter Manier mit musicalischen Leckerbissen verwöhnen. Ein ganz besonders „Schmankerl“ findet sich aber unweit von Wien, im schönen Bratislava. Dort wird Les Misérables seine slowakische Erstaufführung erfahren. Gezeigt wird hier aber weder die Originalfassung, von welcher wir uns leider diesen Sommer verabschieden mussten. Nach Beendigung der Renovierungsarbeiten wird das ehemalige Queens Theatre, welches ab nun Sondheim Theatre heissen wird, mit der Tour Version des Klassikers eröffnet. Vorbei ist es nun mit dem berühmten „Turntable“, die neue oder wie böse Zungen behaupten, kosteneffizientere  Inszenierung, kommt ganz ohne großes Set aus. Das mag den einen oder andren nicht wirklich stören, nichtsdestotrotz wurde ein Stück Musical Geschichte aus dem Londoner West End für immer entfernt. In Bratislava wird das Stück als sogenannte Non-Replica Inszenierung gezeigt. Egal ob mit Bus, Bahn oder mit dem Schiff, Bratislava bietet hier genügen Grund, um einen spätsommerlichen Ausflug zu wagen, auch wenn man der slowakischen Sprache nicht mächtig sein sollte, so ist es doch immer wieder spannend anzusehen, was andere aus der allseits bekannten Geschichte rausholen, um ihre Interpretation mit Leben zu füllen. Vielaltbewährtes, in teils neuem Gewand erwartet uns also. Bevor es aber so weit ist, noch mal schnell einen Sprung ins noch nicht ganz so kühle Gewässer. Möge der musicalische Herbst dem Sommer um nichts nachstehen.

Faszination Musical

Veröffentlicht: Juli 19, 2019 in Uncategorized

Schon gesehen? ORF III widmet dem Genre Musical eine zwanzig minütige Sendung, in welcher Moderator, ORF TV- Kulturchef Martin Traxl gemeinsam mit einer Expertenrunde die Faszination von mehreren Seiten beleuchten möchte.

Neben Elisabeth Engstler finden sich in der Runde Helene Karmasin (Motivforscherin), Titus Hoffmann (Autor und Übersetzer) und der Intendant der Vereinigten Bühnen Wien, Christian Struppeck. Eben jener ist es, der mit einer Aussage aufhorchen lässt und für Diskussionen im Musical Universum sorgt. Auf die Frage ob es denn Probleme mit dem Nachwuchs gäbe, antwortet der Intendant, dass es eben auf dem Niveau, er nennt es „Broadway-Niveau“, wiederum nicht so viele Darsteller gibt, die den Ansprüchen gerecht werden. Diese Aussage stieß dann doch einigen Darstellern (und so ehrlich muss man hier auch sein, vielen die es gerne wären) sauer auf. Hat der Intendant nun recht mit seiner Aussage? Immerhin sieht er viel Talent bei diversen Auditions, was also sieht und hört er, was wir ( vielleicht sogar zu unserem Glück) nicht hören und sehen. (müssen) Diese Frage wird wohl eher schwer zu beantworten sein, nichtsdestotrotz ein Thema, über welches man an einem lauen Sommerabend hervorragend und in bester Gesellschaft diskutieren kann. Sollten wir uns nicht am Eisstand oder einer Bar über den Weg laufen, so darf der Meinungsaustausch auch auf digitalem Wege erfolgen. Wobei eigentlich zu einem Eis sagt man niemals nein.

Für all jene die den Beitrag noch nicht kennen unbedingt reinschauen.