Archiv für die Kategorie ‘Skuriles’

Wer kennt die Show?

Veröffentlicht: Januar 17, 2015 in Allerlei, Skuriles, Theater

Das Lesen folgender Rezension hat mich eben derart erheitert, dass ich sie in Form eines kleinen Rätsels unbedingt posten muss. Also, über welches Musical hat man sich hier denn wohl echauffiert? Kleiner Tipp, die Produktion wird an sich weltweit gleich inszeniert.

…..“Ich war am Samstag, also, die band ist Spitze, aber ansonsten ist es eine konzertante Aufführung, man kann mit 19 Leuten incl Solisten auf so einem Plätzchen keine Aufführung machen. Es kam auch nichts rüber – billigproduktion und teure Preise. Bei so leichten steps im Tanz muss es die Masse machen, aber die gab es nicht! Kein Platz, keine Bühnendeko, keine props, mager, mager! Und deutsch war auch nicht hilfreich. Wer hat das inszeniert???“…….

Wer des Rätsels Lösung kennt, darf diese auch gerne kundtun. Zu gewinnen gibt es abgesehen von einer kurzen Erheiterung eigentlich nichts.

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Scharf drauf, nass zu werden?

Veröffentlicht: November 23, 2014 in Allerlei, Neues, Premiere, Skuriles, Tour, Wien

Dann nichts wie ab in die Halle E im Wiener Museumsquartier. Richard O`Brians Rocky Horror Show, laut, schrill, ein wenig revitalisiert, jedoch genauso ungezogen wie eh und je, lädt dort für kurze Zeit zum Step to the right ein. Wer mit dem Gedanken spielt der Show einen Besuch abzustatten, mit Rocky Horror aber bisher noch nie so auf Tuchfüllung gewesen ist, sollte gewarnt sein. Es könnte durchaus nass werden, lassen sie ihren feinen Zwirn also lieber im Schrank. Pumps und knappe Kleidung entsprechen eher dem Stil der Show und keine Sorge, sie werden nicht allein dortstehen, Rocky Horror ist bekannt für jede Menge Crossdresser im Publikum.

© Jens Hauer

© Jens Hauer

„Rocky Horror is a show about entrances“, erzählt  Riff Raff  Stuart Matthew Price. Wie recht er doch hat. Von Anfang an geht es Schlag auf Schlag. Zuerst sorgt Maria Franzen (Magenta) mit „Sience Fiction, Double Feature“ dafür, dass es einem eiskalt über den Rücken runterläuft. In dieselbe Kerbe schlägt in weiterer Folge Stuart Matthew Price (Riff Raff). Sein kurzes Solo in „Over at the Frankenstein Place“ genügt, um zu zeigen welche Kraft und auch welche Range in seiner Stimme steckt. Seine Darstellung des skurrilen Butlers ist keine billige Kopie der kongenialen Interpretation Richard O‘ Brians, sondern viel mehr die Neuerfindung einer Legende. Das Sahnehäubchen setzt Rob Fowler (Frank’nFurter) der Show auf. Der Brite, zu lang schon nicht mehr in Wien präsent gewesen, beherrscht nicht nur die High Heels auf denen er den gesamten Abend mit Leichtigkeit bestreitet, er beherrscht vor allem seine Stimme, er rockt dass sich die Balken biegen, weiß aber auch mit ruhigeren Momenten umzugehen. Seine Stimme präsentiert sich kräftiger und vitaler denn je. Es scheint, als würde Fowlers Frank’nFurter von Jahr zu Jahr besser, eine Bereicherung für das Stück. Generell handelt es sich bei dieser Rocky Horror Show um ein Konglomerat an großartigen Stimmen. Schade, dass es eine derartige Ansammlung von großartigen Darstellern in einer Produktion immer seltener anzutreffen gibt.

Wer scharf drauf ist nass zu werden, sollte seine Spritzpistole bis an den Rand füllen, Konfetti und Zeitung nicht vergessen, den Lidstrich nachziehen und sich schleunigst auf den Weg ins Museumsquartier machen! Das Musical Feuerwerk bleibt nur bis zum 14. Dezember in der Stadt und das sollte man sich, nein, das darf man sich einfach nicht entgehen lassen. Ein Klassiker mit hochkarätiger Besetzung die süchtig macht und alles andere als BORING ist.

 

Infos zur Show: www.rocky-horror-show.de

Tickets zur Show: oeticket.com

The Great White Way

Veröffentlicht: März 14, 2014 in Broadway, Neues, Skuriles

New York ist eine Reise wert. Nebst üblichen touristischen Hotspots, etwa dem Empire State Building, dem Central Park oder Lady Liberty, ist es der Broadway, der mit seiner magischen Anziehung Scharen von Touristen in die Stadt lockt. Aber nicht nur Touristen, auch Theatermacher, Künstler und jene die den großen Sprung schaffen wollen, treiben in der Stadt die niemals schläft ihr Unwesen. New York ist eine Stadt in der alles möglich zu sein scheint. Da trifft man etwa Sarah Jessica Parker beim Shoppen, stößt nach einer Preview von Les Misérables mit Cameron Mackintosh zusammen oder unterhält sich nach der Opening Night von Sweeney Todd (mit u.a. Oscar Preisträgerin Emma Thompson als Mrs. Lovett) mit Neil Patrick Harris über Sondheims Werke. Alltag in New York, wie es scheint.

Ebenfalls Alltag, IF/THEN Hauptdarstellerin Adele Dazeem als Nachbarin zu haben, etwas an das man sich rasch gewöhnt. Der Broadway ist eben anders, ein besonderer Glanz umgibt das Theatre District wenn es Abend wird und all die Leuchtreklamen ihre Wirkung entfalten. Speziell wird es dann, wenn etwa Sir Cameron Mackintosh beginnt über seine Pläne zu plaudern und davon erzählt, dass er jetzt Mary Poppins in Wien machen wird, aber eigentlich viel lieber die neue Version von Les Misérables, welche alsbald ihre Broadway Premiere feiern wird, nach Wien bringen möchte. Im gleichen Atemzug fordert er auf: „Erzähl allen, dass ich die Show machen will, sie sollen dem Theater schreiben, dass das Publikum Les Miz haben will und dann wird das was.“ Sir Camerons Wort in Gottes Ohr, doch weiß der gesellige Producer wohl nicht, dass in Wien die Mühlen nur so mahlen wie das dynamische Duo Drozda/Struppeck es will.
Vielleicht sollte man mit Sir Cameron nochmals bei einer Tasse Tee darüber plaudern.

Um über die Geschehnisse in der Welt des Musicals zu plaudern, habe ich mir einen speziellen Gesprächspartner gesucht. Michael Riedel, Kolumnist der New York Post, hat zwischen einer Aufzeichnung fürs Radio und dem Abgabetermin seiner Kolumne Zeit gefunden, sich mit mir zu treffen. Riedel ist nicht nur der am wahrscheinlich meisten gefürchtetste Kritiker am Broadway, er ist auch mit einer Vielzahl an Details bezüglich der REBECCA am Broadway Geschichte vertraut und ebenfalls sehr an den Vorgängen in Europa und vor allem in Wien interessiert.  Mehr dazu wird es alsbald zu lesen geben, jetzt heißt es erstmal Koffer auspacken, das Erlebte verarbeiten und Vorbereitungen für die anstehende Gala Premiere (welch unnütze Bezeichnung) in Wien zu treffen.