Archiv für die Kategorie ‘VBW’

Das nächste große Ding!

Veröffentlicht: Januar 19, 2017 in Broadway, Musical, Neues, VBW

Willkommen 2017! Willkommen, Jahr der großen, neuen und hoffentlich atemberaubenden Musicalproduktionen.

Los geht es ja bereits im Jänner mit DON CAMILLO & PEPPONE, mehr aber sehnt man sich dann schon den Herbst herbei, feiern doch die Vampire ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Vielleicht lässt man sich aufgrund des besonderen Anlasses ein paar Gustostückerln einfallen und verzichtet in der ein oder anderen Szene auf Graf Krolocks Hemd.

Noch mehr Spannung bietet die Premiere von Reinhard Fendrichs „I AM FROM AUSTRIA„! Auch wenn das Buch erneut vom wohl einfältigsten Geschichtenschreiber der Musicalwelt kommt und die Handlung wohl erneut die Seichtheit des Neusiedlersees unterbieten könnte, die Songs von Fendrich besitzen viel Tiefgang, viel Botschaft und auch eine Menge Herz. Mit den passenden Stimmen könnte I AM FROM AUSTRIA tatsächlich das nächste große Ding werden. Könnte!
Derzeit läuft im Raimundtheater noch der Klamauk SCHIKANEDER, welcher, zum Unmut derer die sich bereits Karten für die ursprünglich geplante Deniere gekauft hatten, nun doch etwas früher seinen Abschied feiern wird!
Anscheinend wird für die Vorbereitungen und Umbauten zu I AM FROM AUSTRIA dermaßen viel Zeit benötigt, dass sich der umtriebige Schikaneder früher als geplant schleichen muss. Ob jetzt ein paar Tage länger oder weniger lang groß geträumt wird ist eigentlich auch schon egal, verständlicherweise aber ärgerlich, wenn man bereits seine Reise inkl. Flug und Hotel gebucht hat. Aber es hat sich eben ausgeträumt. Ob die Musicalkomödie anderorts auf die Bühne gebracht werden wird, angeblich soll ja der GREAT WHITE WAY Interesse daran haben, wird sich zeigen.

Es wäre an der Zeit, endlich einmal wieder die Hütte voll zu kriegen. Die Nachfrage hält sich bei dem bisher Gezeigten, freundlich ausgedrückt, ja eher in Grenzen. Vielleicht müsste man dem Herrn Intendanten einfach mal verbieten oberflächliche Geschichten zu verfassen und jemand anderen mit mehr Erfahrung und Talent damit beauftragen  eine fesselnde Story zu schreiben. Gepaart mich packenden Melodien und vorgetragen von großartigen Stimmen – na man wird ja wohl noch ein bisschen groß träumen dürfen!

Bei den Vampiren kann man eigentlich wenig falsch machen, die werden die Massen schon anlocken und I AM FROM AUSTRIA muss ja was werden! The next big thing oder doch wieder nur Ringelpiez mit anfassen? Spannend, spannend, spannend!

Bring on 2017!

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SCHIKANEDER SUPERSTAR???

Veröffentlicht: Oktober 2, 2016 in Musical, Neues, Premiere, Theater, VBW, Wien

30. September 2016, die mittlerweile 12. Eigenproduktion der Vereinigten Bühnen Wien feiert ihre Premiere im Raimund Theater. Eine stolze Zahl, sieht man mal von der Vielzahl an Fehlgriffen ab.

SCHIKANEDER! oder Die turbulente Liebesgeschichte hinter der Zauberflöte, ein vielversprechender Titel. Die Idee ein wenig altbacken, aber dennoch charmant. Ein Leading Team das auf viel hoffen lässt. Komponist STEPHEN SCHWARTZ  ist für unverkennbare Blockbuster Melodien bekannt, folglich ist es nachvollziehbar, dass hier die Erwartungen hoch angesetzt sind. Ihm an der Seite ist TEVOR NUNN als Regisseur für eine schwungvolle Inszenierung verantwortlich.

Angerichtet wurde einiges, so hat TREVOR NUNN seinen Titelhelden, den mittlerweile allgegenwärtigen MARK SEIBERT derart charmant und treffend in Szene gesetzt, dass man sich tatsächlich fragen muss, warum hat man SEIBERT bisher nie so treffend inszeniert gesehen?

SEIBERT ist die Show. Er gibt den nicht erwachsen werdenden, hinter jedem Rockzipfel herjagenden und tölpelhaften Titelhelden erschreckend authentisch. Ob SCHIKANEDER ohne SEIBERT auch so unterhaltsam ist, wird sich zeigen. CATS ohne Memory ist auch schwer vorstellbar.

An seiner Seite brillieren gleich zwei großartige Frauen. MILICA JOVANOVIC darf als Eleonore an Schikaneders Seite lieben und leiden. Ein bisschen leidet man mit ihr mit, wenn sie von ihrem liederlichen Gatten wieder mal ungeniert betrogen wird.

KATIE HALL frisch aus dem Londoner West End nach Wien geholt, hat als MARIA ANNA MILLER einen ehr kleinen Part übernommen, füllt diesen aber mit viel Leben und Energie aus. Ihr Bühnendeutsch ist überraschend klar, manch anderer, sich bereits seit längerem im deutschsprachigen Musical Sektor rumtreibender Darsteller könnte sich von HALL eine Scheibe abschneiden. Ihre Einstellung zeugt von höchster Professionalität. Ihre Performance bleibt trotz der Kürze im Gedächtnis.

Gesamt betrachtet hat die Casting Abteilung der VBW diesmal ein wirklich gutes Ensemble zusammengestellt. Starke Stimmen sind aber auch von Nöten wenn man bedenkt, dass der Orchestergraben mit mehr als 30 Musikern bestückt ist. Ein großer Klangkörper für große Melodien. Nun, ganz so ist es dann leider doch nicht. STEPHEN SCHWARTZ hat eine flüssige Partitur jedoch ohne wirkliche Höhepunkte geschaffen. Der große Kracher, der WOW-Effekt, der eine Song der dich tagelang nicht mehr los lässt, den hat es für SCHIKANEURE anscheinend nicht gegeben. Gewiss, TRÄUM GROß bleibt einem schon in Erinnerung, das schuldet aber eher der stetigen Wiederholung des musikalischen Themas und weniger der Ohrwurmqualität.

TREVOR NUNN hat das mitunter bunte Treiben gekonnt in Szene gesetzt. Die Bühne auf der Bühne erinnert ein wenig an die opulenten Barrikaden in Les Miserables. Allzeit dominant, allzeit präsent, zeigt immer wieder, dass die Welt eine Bühne ist. Noch ein Vergleich mit TREVOR NUNN`s erfolgreicher Inszenierung von Victor Hugos Meisterwerk sei erlaubt. Damals wie heute zeigt sich ein banaler „Turntable“als äußerst effizient. Ein kurzer Dreh und man befindet sich auf der Seitenbühne und bekommt ansonsten verborgene Einblicke in die Welt des Theaterzaubers. Wollen wir hoffen, dass dem Wiener Turntable zumindest ein Bruchteil des Erfolges, den der Londoner Turntable genießt, vergönnt sei.

Kommen wir zur wahren Schwachstelle des Stückes, der Geschichte. Vielversprechend zu Beginn verliert sie sich bald, wendet und dreht zu oft die Richtung, sodass man zwischendurch ins Grübeln gerät, wo die Reise denn hingehen soll. Christian Struppeck hat durchaus bereits schlechteres produziert (mit Grauen erinnere ich mich an die literarische Vergewaltigung von Dürrenmatts alter Dame), hochtrabend ist aber auch dieses Werk nicht wirklich. Der Intendant hat laut eigenen Angaben kein Gehalt für die Erstellung des Buches  verrechnet, was durchaus lobenswert ist, aber vielleicht sollten wir mal wem ein bisschen Geld zahlen, um auch eine etwas griffigere Story zu erhalten. Struppecks Interpretation des Theatermachers zeichnet einen umtriebigen Lebemann der mehr Muskeln als Hirn besitzt und dem man nicht wirklich zutraut, einen derart großen Wurf wie die Zauberflöte zu fabrizieren. Die Story erinnert ein wenig an eine Soap Opera, ein unterhaltsamer, wenn auch wenig origineller Rosenkrieg in wunderbarer Kulisse.

Aber gut, wen kümmert die Story, wenn STEPHEN SCHWARTZ und TREVOR NUNN gemeinsame Sache machen in Wien und als Sahnehäubchen MARK SEIBERT auch noch seinen Astralkörper zur Schau trägt.

Die 12. Eigenproduktion präsentiert sich als unterhaltsamer Theaterabend mit einem zur Hochform auflaufenden MARK SEIBERT, grandiosen Damen und einem kräftigem Orchester unter der Leitung vom Mann am Cembalo, KOEN SCHOOTS.

Die Tage werden kürzer und was gibt es da besseres, als einen netten Abend bei leichter Unterhaltung zu genießen. Wer sich allerdings erhofft mehr über die Person Schikaneder zu erfahren, der wird wohl etwas enttäuscht sein.

Videomaterial und alle weiteren Infos gibts auf der Homepage der VBW: www.vbw.at

 

MAMMA MIA! Cast Präsentation in Wien

Veröffentlicht: November 29, 2013 in Allerlei, Neues, Uncategorized, VBW, Wien

Die Volksgarten Diskothek hat Vielen schon unvergessliche Nächte im Partyleben Wiens beschert, vorausgesetzt, man schaffte es an den Türstehern vorbei, die als die penibelsten der Stadt gehandelt werden. Diese Problematik blieb den aufgrund der Kälte nach innen stürmenden Medienvertretern des Landes jedoch erspart, denn die Clubdisco wurde als Schauplatz der Cast Präsentation zu MAMMA MIA! gewählt.

ANA MILVA GOMES

ANA MILVA GOMES

Ein sichtlich gut gelaunter Christian Struppeck betrat die kleine Bühne, um nach einer kurzen Einführung zum Stück und dessen Erfolg die Wiener Cast zu präsentieren. Jeder der Darsteller durfte ein paar Worte von sich geben, ehe ANA MILVA GOMES (Donna) zum Mikro griff und ihr, laut eigenen Angaben, persönliches Lieblingslied aus der Show „DER SIEGER HAT DIE WAHL“ zum Besten gab. Nicht fehlen durfte im Anschluss „DANCING QUEEN“, unterstützt wurde ANA MILVA GOMES dabei von JAQUELINE BRAUN (Rosie) und SUSA MEYER ( Tanja).

SUSA MEYER,ANA MILVA GOMES, JAQUELINE BRAUN

SUSA MEYER, ANA MILVA GOMES, JAQUELINE BRAUN

Dass die Musik von ABBA Spaß macht ist ja nichts Neues, nicht ohne Grund wurde die Musical-Verfilmung des Stoffes zur Erfolgreichsten aller Zeiten. Musik macht aber vor allem dann Spaß, wenn sie live ist und von einem kompetenten Orchester wiedergegeben wird. Hierzu finden sich in der Pressemappe leider kaum Informationen. Erinnern wir uns an die Pressekonferenz zum Spielplan 2013/14, dort wurde Intendant Struppeck zur Größe des Orchesters befragt (nachzulesen hier). Seiner Antwort war zu entnehmen, dass man sich um die „große“ Besetzung bemühen werde. Was denn aber nun eine große Besetzung ist, wurde leider nicht erläutert. In der aktuellen Pressemappe zur Produktion geht lediglich hervor, dass das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien unter der musikalischen Leitung von Herbert Pichler spielen wird, nichts aber über die Größe des Orchesters, wobei gerade dieser Punkt besonders spannend wäre. Just am Tag der Pressekonferenz zu MAMMA MIA! wurde den VBW die von Generaldirektor Drozda geforderte Erhöhung der Subventionen gewährt. Die Wogen im heimischen Kunstsektor gehen verständlicherweise in die Höhe. Viele kleine Bühnen kämpfen ums Überleben, freuen sich über jeden zusätzlichen Cent und müssen mitansehen, wie den Forderungen des Big Players Folge geleistet wird, auch wenn dieser, etwa mit NATÜRLICH BLOND, alles andere als einen Publikumshit generieren konnte. Leider gab es dieses Mal, anders als sonst, nicht die Möglichkeit, vor versammelten Medienvertretern Fragen an den Herrn Intendanten zu stellen. Spätestens ab 19. März 2014 wird sich zeigen, wieviele Musiker tatsächlich im Orchestergraben Platz nehmen werden und ob der Dirigent, wie auch bei anderen MAMMA MIA! Produktionen üblich, am Keyboard Platz nehmen wird, oder ob Wien ein Novum bietet und den Dirigenten wirklich Dirigent sein lässt, wie das auch bei SISTER ACT der Fall war.

Die Premiere wird am 19. März über die Bühne gehen, MAMMA MIA! in Wien ist eine Kooperation von STAGE ENTERTAINMENT und den VEREINIGTEN BÜHNEN WIEN.

CAST:

Ensemble:
Gregory Antemes, Janine Buck, Carmen Danen, Raphael Dörr, Julia Edtmeier, Caroline Frank, Ivo Giacomozzi, Tim Hüning, Jan-Eike Majert, Robert Marx, Susanne Panzner, Richard Patrocinio, Raphaela Pekovsek, Kai Peterson, Isabella Prühs, Carolin Schönemann, Franziska Schuster, Benjamin Sommerfeld, Niran Straub, Ronnie Vero Wagner, Salka Weber.

Es spielt das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien unter der musikalischen Leitung von Herbert Pichler.

Premie: 19. März 2014 Raimund Theater Wien

Spieltermine:

Dienstag: 18:30 Uhr
Mittwoch bis Samstag: 19:30 Uhr
Samstag: 15 Uhr
Sonntag: 18 Uhr

Infos zum Stück und zum Ticketverkauf: www.vbw.at

Weitere Bilder zur Pressekonferenz: www.facebook/ganeider.com