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Weihnachten kommt früher, Jahr für Jahr. Im Kaffeehaus meines Vertrauens halten bereits die in weihnachtlichem Rot verzierten Becher Einzug, bei den Nahversorgern des Landes quellen die Regale an Weihnachtsleckereien quasi über. Weihnachten wohin man blickt, nur in den großen Musicalhäusern sucht man vergebens nach dem Geist der Weihnacht. Aber es besteht trotzdem Hoffnung für die heimischen Musicalliebhaber.

Während am Broadway oder im Londoner West End jährlich unzählige Musical-Christmas Konzerte über die Bühne gehen und die Rockettes die Radio City Music Hall jedes Jahr erneut bis auf den letzen Platz füllen, wird in Österreich abseits der sogenannten Big Player für weihnachtliche Unterhaltung gesorgt. Das Performing Center Austria etwa betreibt seit mittlerweile 14! Jahren das X-MAS Musical Projekt für junge, aufstrebende Talente, doch auch die „Großen“ wollen es sich nicht nehmen lassen und Weihnachtsstimmung versprühen.
Maya Hakvoort, Pia Douwes, Marjan Shaki, die Rounder Girls, Uwe Kröger, Lukas Perman und Ramesh Nair laden zu VOICES OF MUSICAL- CHRISTMAS an zwei Terminen im November in die Wiener Stadthalle, um ihrerseits das Publikum auf die besinnlichste Zeit im Jahr vorzubereiten. Begleitet von einer 10 köpfigen Band werden nebst Weihnachtsliedern unter anderem auch Eigenkompositionen von Marjan Shaki und Lukas Perman ihren Weg ins Programm finden.

Vorab lud die Konzertagentur LSK zur Einstimmung auf das Event zu Punsch und Lebkuchen in den Dachboden des Wiener 25h Hotels. Maya Hakvoort, die Rounder Girls, Uwe Kröger und Lukas Perman haben als Abordnung der VOICES OF MUSICAL Kombo ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert, von ihren ganz privaten Weihnachtserlebnissen berichtet und ein klein wenig auch gesungen.

VOICES OF MUSICAL-CHRISTMAS verspricht bekannte Namen aus der heimischen Musicalszene und ein abwechslungsreiches Programm, welches sich nicht ausschließlich nur aus Weihnachtsliedern (zu schade, es kann nie genug Weihnachtslieder geben) zusammensetzt.

Einer von ihnen, Lukas Perman (z.Z. Rudolf in ELISABETH) hat sich Zeit genommen und ein wenig über Weihnachten geplaudert.

G.:  Bereits Ende Oktober finden sich Weihnachtsartikel in den Regalen sämtlicher Nahversorger, Weihnachten beginnt von Jahr zu  Jahr früher, so scheint es. Ab wann beginnt für Lukas Perman die Weihnachtszeit?

 L.P.: Für mich beginnt die Weihnachtszeit mit dem ersten Advent. Oder mit dem ersten Weihnachtskonzert, das ich singe! Da stimme ich mich natürlich ein! Manchmal beginnt die Weihnachtszeit auch mit dem ersten Glühwein, am Glühweinsstandl natürlich. Da ich den Herbst auch eine sehr schöne Jahreszeit finde, bin ich kein Fan davon Weihnachten schon im Herbst beginnen zu lassen.

G.: Was erwartet das Publikum in der Stadthalle nebst weihnachtlichen Melodien noch?
L.P.: Ein leichter, lustiger aber auch berührender Abend. Eine tolle Band, Top Künstler und vor allem auch eine fantastische Bühnenshow!
Es ist eine Mischung aus Unterhaltung und Besinnlichem.
X-mas Wordrap mit Lukas Perman
Foto G.: Christkind oder Weihnachtsmann?
 L.P.: Christkindl, mit Flügerl.
G.: Stille Nacht oder Last Christmas?
 L.P.: Stille Nacht! Ich komm aus der Gegend um Oberndorf in Salzburg, wo Stille Nacht komponiert wurde.
G.: Punsch oder Glühwein? (Kinderpunsch steht nicht zur Auswahl)
 L.P.: Am liebsten Glühmost, wenn’s den nicht gibt nehm ich den Wein.
G.:  Was kommt zuerst: Bescherung oder Familienessen?
 L.P.: Essen. Früher als Kinder eine Qual, mitlerweile der Mittelpunkt des Festes. Das gemütlich zusammensitzen.
G.:  Kinder-oder Mitternachtsmette?
 L.P.: Mitternachtsmette und singen im Kirchenchor
G.:  Geschenke- Aufreißer oder in Ruhe Auspacker?
 L.P.: Früher reisser, jetzt packer.

Informationen zum Event unter: www.lskonzerte.at
oder unter:  www.oeticket.at

Kurz erwähnt…..

Veröffentlicht: Oktober 30, 2013 in Neues, Skuriles

Bevor die besinnlichste und für manche auch stressigste Zeit im Jahr beginnt, mal was Persönliches.
Ich liebe das Theater. Ja, ich finde Musical ist eine Kunstform, welche dem Überbegriff Theater zugeordnet wird, auch wenn das viele nicht so sehen. Sei’s drum. Wenn wir schon bei besagten „VIELEN“ sind, es gibt Kolleginnen und auch Kollegen, welche sich quasi aussuchen, was sie sich ansehen und rezensieren wollen und was nicht. Die Auswahlkriterien hierfür sind meist banaler Natur, wie etwa „da spielt mein Liebling mit, das muss ich sehen“, oder „das interessiert mich ganz und gar nicht, den Blödsinn sollen sich andere geben“. Solch eine Herangehensweise kann Produktionen schon vor deren Premiere die Chance mindern zu gefallen. Zwar entscheidet letztendlich immer noch das Publikum was gefällt und was nicht, aber ganz ohne Presse geht’s dann doch nicht.

Ich sehe gern unterschiedliche Produktionen, freue mich über Neues ebenso wie über Altbewährtes, auch wenn dem Altbewährten das neue Gewand oft nicht so steht. Ich freue mich jedes einzelne Mal über Einladungen zu Premieren, ermäßigte Tickets oder gar Freikarten, setze dies im Vergleich zu manch anderen, welche ebenfalls der schreibenden Zunft angehören, aber nicht als Selbstverständlichkeit voraus, sondern sehe darin etwas Besonderes.

Blogger Steve Rich (www.theatremonkey.com) aus England hat sich mit diesem Thema bereits im Sommer beschäftigt und trifft den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt:

Just to finish on a general note, I feel that to build to a point where you are offered tickets takes time, so most know what it’s like to pay. And personally, I think it adds to the addiction enough that you pay more in the end to see extra stuff anyway !

Weiters schreibt Rich auch darüber, dass es unprofessionell ist, sich aufgrund einer Einladung oder Freikarten beeinflussen zu lassen. In der schreibenden Zunft finden sich immer wieder welche, die es sich rausnehmen und sich über die ihnen zur Verfügung gestellten Plätze aufregen. Noch bevor ich meinem eigenen Blog Leben eingehaucht habe, durfte ich für den theatremonkey Kritiken schreiben. Die Tickets für diverse Shows habe ich mir selbst bezahlt, Rich war vielleicht hie und da in Bezug auf Discounts behilflich.
Auf seiner Website hat Rich quasi einen Ratgeber (welchen es mittlerweile auch in Buchform gibt) für Besucher des Londoner West End angelegt. Nebst Tipps für Ermäßigungen und Saalplänen sämtlicher Theaterhäuser in der Stadt finden sich spezielle Rezensionen: Wo sitze ich in welchem Theater gut, wie ist der Sound beispielsweise im Circle (für nicht West End Kundige: mit Circle ist in England der Rang gemeint), wie sieht es mit der Beinfreiheit aus etc. Durchaus nützliche Tipps, wenn man bedenkt wie schnell es einem die Laune verderben kann, nach dem Erwerb eines sündhaft teuren Tickets festzustellen, dass sich neben einem das Soundboard inklusive Kaugummi kauender Techniker befindet und damit die Atmosphäre hinüber oder die Wirkung der Show vermindert ist.

Die Möglichkeit für Rich zu schreiben hat mich gelehrt, auch primär schlechter wirkende Plätze mit anderen Augen zu sehen, gut manche sind und bleiben einfach mies, wer sieht sich schon gern 3 Stunden lang eine mit Stoff überzogene Säule an, andere wiederum können ein echtes Schnäppchen und Gewinn bringend für einen unvergesslichen Musicalabend sein. So insistierte etwa ein Mitarbeiter des PRINCE OF WALES Theater (Herberge für THE BOOK OF MORMON), dass ich unbedingt den Circle ausprobieren sollte, da es angeblich der Beste in ganz London sei. Prinzipiell sitze ich lieber unten und nahe am Geschehen dran, der freundliche Herr von der Box Office hat aber ganze Arbeit geleistet und mich überredet, doch oben zu sitzen. Bis heute bin ich dem freundlichen Briten, dessen Namen ich leider vergessen habe, dankbar für diese Erfahrung, welche ich mit bestem Gewissen weiterempfehlen kann.

Diese Einstellung vermisst man, vermisse ich, bei dem ein oder anderen. Gut, wer sitzt nicht gern weit vorne, wenn es jedoch mal Plätze weiter hinten sind, verziehen manche das Gesicht und werden nicht müde zu erwähnen, dass sie in anderen Häusern viel besser behandelt, besser platziert wurden, anstatt zu überlegen, wo die Unterschiede liegen und was ein Platz in Reihe 15 statt in Reihe 5 für Vorteile bringen kann.
Gerade diese Kritiken lese ich dann besonders gerne, da wenig bis gar nichts über die Inszenierung, Darsteller, Regie usw. geschrieben steht, sondern mehr darüber, dass aufgrund der Entfernung zum Geschehen vieles nicht ersichtlich oder schwer nachzuvollziehen war. Diese inhaltslosen Texte erinnern mich immer wieder daran, wie schön Theater (also Musical) eigentlich sein kann, erinnert mich an Zeiten, in denen das Geld nur für Stehplatzkarten gereicht hat, der Zauber, die Magie und vor allem die Faszination mich unabhängig von der Entfernung gefesselt und begeistert haben.

Musical ist mehr als große Namen oder Spitzenplätze im Parkett, es lässt uns träumen, nimmt uns mit auf Abenteuer, zeigt uns Helden und Schurken, vermittelt große Gefühle auch ohne vielerlei Worte. (Vorausgesetzt es wird von Menschen gemacht, die für das Genre quasi brennen und nicht nur auf die Taschen voller Geld scharf sind)

Bei jedem Theaterbesuch, auch wenn die Gefahr besteht dass es noch so sein Schmarrn sein kann, steigt meine Nervosität, oder besser gesagt Vorfreude auf das zu Erlebende, weil ich bereit bin mich darauf einzulassen, unabhängig davon, wer spielt oder nicht spielt, wo im Theater man mich platziert oder ob ich für meine Karten zahlen musste oder nicht.
Das soll auch weiterhin so bleiben.

LOVE NEVER DIES PREMIERE IN WIEN

Veröffentlicht: Oktober 19, 2013 in Allerlei, Neues, Premiere

Andrew Lloyd Webbers Versuch einer Fortsetzung seines Phantoms gilt nicht gerade als eines seiner Meisterwerke. Vieles hatten Kritiker nach der Welturaufführung in London zu bemängeln, was zur Folge hatte, dass das Stück alsbald wieder vom Spielplan genommen wurde. In Künstlerkreisen sprach man trotzdem von einem gelungenen und intelligent durchkomponierten Werk. In Wien steht LOVE NEVER DIES zum ersten Mal in deutscher Sprache, als semikonzertante Version, am Spielplan, jedoch nur für kurze Zeit. Regisseur Andreas Gergen hat aus den Fehltritten vom letzten Jahr gelernt, auf fratzenhafte Projektionen und störende Notenbücher verzichtet und stattdessen mehr Gewicht auf die zu erzählende Geschichte gelegt. Wenn auch das pinke Sahnehäubchen anscheinend unumgänglich zu sein scheint, ist Gergen eine geschickte Inszenierung geglückt.

Allen die Show gestohlen hat allerdings der Klangkörper der Vereinigten Bühnen. Die Partitur ist nicht gerade etwas, das man sich gern zu Hause auflegt um bei einem Gläschen Wein den musikalischen Ergüssen des Musical Lords zu lauschen. Das Orchester, zu Recht auf der Bühne platziert, hat besagte Ergüsse zu einem Fest fürs Ohr gemacht. So geil hat LOVE NEVER DIES wohl kaum je zuvor geklungen und wird es wohl nach Beendigung der Spielzeit auch nicht mehr. Im Blätterwald der Medien und auch hinter vorgehaltener Hand wird längst über die Verkleinerung des Klangkörpers  gesprochen. Sollten sich diese Behauptungen bestätigen, verlieren die Vereinigten Bühnen ihr international geschätztes Musicalorchester.

Auch wenn LOVE NEVER DIES viele nicht sonderlich ansprechend finden mögen, mit DIESEM Orchester ist es ein wahres Fest. Das Premierenpublikum spendete stehende Ovationen und nicht enden wollenden Beifall für alle Beteiligten, aber im Besonderen für das Orchester.  Es schien als würde das Publikum sein Orchester nicht gehen lassen wollen. Wenn all die Gerüchte sich bewahrheiten sollten, ist dies wohl die letzte Gelegenheit, den wunderbaren Klangkörper zu erleben, ein Ereignis, dass man sich dann doch nicht entgehen lassen sollte.

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Infos zum Stück unter: www.vbw.at

Ausschnitte aus der Sitzprobe: www.youtube.com